Frei nach dem Motto: Einfach mal draufhalten!

Spielerportrait Alexander Frei

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Wir schreiben den 13.09.2008. Ein sonniger Semptembernachmittag in Dortmund. Es ist der 4. Spieltag der Saison und der BVB liegt im Heimspiel gegen Schalke 04 mit 0:2 durch Tore von Farfan (20.) und Rafinha (39.) zur Halbzeit zurück. Eben in dieser Halbzeit wird Alex Frei für Nelson Valdez eingewechselt. In der 54. Minute erhöht Schalke durch Westermann auf 3:0 (54.) und das Spiel scheint gelaufen. Im Westfalenstadion herrscht Totenstille. Eine Ecke die ein Kopfballtor des jungen Subotic in der 67. Minute nach sich zieht, gibt dem BVB wieder Hoffnung. Das Westfalenstadion erwacht.

Frei-Zeit

Danach sollte die große Stunde des Alex Frei schlagen. Frei wird von Tinga auf halbrechter Position am Strafraum angespielt und hält mit Links einfach drauf. Der Ball fliegt mit Effet in den linken Winkel, das Westfalenstadion jubelt. Der Anschlusstreffer. Sollte doch noch was gehen, in diesem schon verloren geglaubten Spiel?

Anschließend überschlagen sich die Ereignisse. Wenig später fliegen Ernst und Pander mit Rot bzw. Gelb-Rot vom Platz. Der BVB ist nun am Drücker und vergibt zahlreiche Torchancen. In der 89. Minute gibt Schiedsrichter Wagner nach einem Handspiel von Kristajic Elfmeter. Erwartungsvolle Stille. Alex Frei läuft an und verwandelt sicher zum 3:3. Die Stimmung kocht über. Alex Frei wird endgültig zum Derby-Held.

Das sind die Momente die ein BVB-Fan nie vergessen wird und die einen Spieler wie Alex Frei unsterblich machen.

Höhen und Tiefen

Geboren am 15. Juli 1979 in Basel, kam Frei als erfahrenerer Spieler mit knapp 27 Jahren zum BVB. Im Jahr 2006 für 4,1 Millionen mit der Empfehlung von 47 Toren in 100 Spielen für Stade Rennes zum BVB gewechselt, sollte er auch in Dortmund sofort für Torgefahr sorgen. In seiner ersten Saison erzielte er sofort 16 Tore und avancierte zum Publikumsliebling.

Im Jahr danach wurde er durch diverse Verletzungen (Hüft-OP, Muskelfaserrisse) außer Gefecht gesetzt und konnte erst im April 2008 wieder auf Torejagd gehen. Nur 6 Tore gelangen ihm in dieser Saison. Auch einer der Gründe warum der BVB nur Platz 13 in der Liga belegte. Immerhin wurde das DFB-Pokalfinale gegen Bayern erreicht, aber leider verloren.

Im Sommer 2008 stand für Alex Frei die Heim-EM an. Leider verletzte er sich schon im Eröffnungsspiel so schwer, das das Turnier für ihn beendet war. Unvergessen die tragischen Bilder als er gestützt von Betreuern mit schmerzverzerrtem Gesicht und Eisbeutel auf dem Knie den Platz verlässt.

Nach der EM 2008 erwartet Frei mit Jürgen Klopp ein neuer Trainer. Aufgrund der Verletzung verpasst er die Vorbereitung und sitzt beim Revierderby am 4. Spieltag erstmals wieder auf der Bank. Der Rest ist Geschichte.

In der Saison 08/09 kommt frei zwar noch auf zwölf Tore, passt aber nicht richtig in das auf Pressing ausgerichtete Spielkonzept von Jürgen Klopp. Immer wieder berichten die Medien von zwischenmenschlichen Spannungen zwischen Trainer und Spieler. Das dem nicht so war, beweist die Aussage von Jürgen Klopp, dass er mit Alex immer noch SMS-Kontakt pflege.

Seine Verletzungsanfälligkeit spielte sicher auch eine Rolle als er 2009 für 4.25 Mio. zurück nach Basel zu wechselt, wo er schon ab 1995 in der Jugend gespielt hatte. Dort wo seine Karriere den Anfang genommen hatte, wollte er sie auch beenden. Bis zu seinem Wechsel nach Dortmund spielte er beim FC Basel (95-98), FC Thun (98-99), FC Luzern (99-00). Seinen endgültigen Durchbruch schaffte er in der Zeit beim Servette Genf (01-02)mit 36 Toren in 64 Spielen.

Im Jahr 2001 debütierte er in der Schweizer „Nati“, deren Kapitän und Rekordtorschütze er später werden sollte. Danach wechselte er in die Ligue 1 zu Stade Rennes. In seiner besten Saison 04/05 wurde Frei mit 20 Toren Torschützenkönig.

Für das Ende der Saison 12/13 hat der inzwischen 33-jährige sein Karriereende angekündigt. Für den BVB wird er immer als emotionaler, kämpferischer und torgefährlicher Strafraumstürmer in Erinnerung bleiben. Und natürlich als sicherer Elfmeterschütze. Eine Qualität an der es beim BVB zuweilen mangelte. Zuletzt zu bewundern im Europa-League Spiel FC Basel gegen Zenit St. Petersburg, indem er in der 94. als sicherer Schütze vom Punkt glänzte. und zum 2:0 verwandelte.

Wie der Anfang so, das Ende. Eine weitere kleine Derby-Geschichte. Saison 06/07. 33. Spieltag. Alex Frei und Ebi Smolarek zerstören mit ihren Toren zum 2:0 Derby-Heimsieg den Traum von der Schalker Meisterschaft.

Eben ein Mann für die besonderen Momente, dieser Alex Frei.

Happy End in Europa?

Mit dem FC Basel steht er nun im Halbfinale der Europa League dem FC Chelsea gegenüber. In der Schlussphase gegen Tottenham hätte er wieder zum Helden werden können vergab abe freistehend vor Friedel. Im Elfmeterschießen wäre er sicher der fünfte Schütze gewesen, musste aber nicht mehr ran. Hoffentlich kann sich Alex gebührend von Europas Fußballbühne verabschieden bevor er in Luzern ab Sommer die Rolle des Sportdirektors übernimmt.

Quellen: transfermarkt.de, kicker.de, wikipedia.org, eigene Erinnerung.

Die Aufholjagd vom 4. Spieltag 08/09 noch mal im Video:

An dieser Stelle folgen in Zukunft Portraits über legendäre Spieler beim BVB. Z.B. Julio Cesar, Andreas Möller, oder Jürgen Kohler etc.

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