Ein Spiel außerhalb jeder Kategorie

Kaum ein Fußballspiel in jüngerer Vergangenheit hat sowohl deutschlandweit, als auch weltweit eine solche Aufmerksamkeit generiert. Wenn am Samstagabend über 300 Millionen TV-Zuschauer weltweit das Spiel verfolgen, hat die positive Entwicklung des deutschen Fußballs ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die nach dem Debakel der EM 2000 eingeleitete Talentoffensive trug zum Sommermärchen 2006 erste Früchte. Mit den jungen Wilden Podolski, Lahm und Schweinsteiger erspielte sich die Nationalelf wieder die Symapthien. Was bisher fehlt ist ein Titel, 2008 ging das Finale der EM verloren, 2010 und 2012 war im Halbfinale Schluss. Auf internationaler Verins-Ebene verlor Bayern die Champions League Finals 2010 und 2012. Seit dem Bayern Triumph 2001 warten Deutschland auf einen internationalen Titel. Klar ist jetzt schon der Champions-League-Sieger 2013 kommt aus Deutschland.

Ein 50:50-Spiel

Sie gleich die Chance verteilt sind, so unterschiedlich sind die Ausgangssituationen. Auf der einen Seite dir Rekord-Bayern mit dem souveränen Meistertitel im Rücken und dem DFB-Pokal-Finale vor der Brust.

Die Dortmunder zogen sensationell, aber verdient, wenn auch mit etwas Glück ins Finale ein. Nach dem Double im letzten Jahr bleibt dies die letzte Titelchance. Die Erwartungen an die Saison sind dennoch bereits übertroffen.

Insofern hat der BVB sicher weniger zu verlieren. Trotzdem ist der Druck enorm hoch, da man diese einzigartige Chance nutzen will. Bei den Bayern könnte die Bewertung der Saison völlig anders ausfallen, sollte das Finale verloren gehen. Die zwei verlorenen Finals 2010 und 2012 spielen sicher auch eine Rolle.

Psychologische Herausforderung

Schwer zu sagen wie die Vergangenheit in den Köpfen der Spieler eine Rolle spielt. Jedoch kann alles selbstbewusste Gerede im Vorfeld abgehakt werden, wenn es im Spiel hart auf hart kommt. Im Finale dahoam trauten sich einige Spieler nicht beim Elfmeterschießen anzutreten. Toni Kroos z.B. Dafür hatte Neuer „die Eier“ und verwandelte. Schweinsteiger versagten ebenso wie Robben beim Elfer in der Verlängerung die Nerven. Ich glaube, dass auch ein Profi-Sportler nicht resistent gegen psychologische Drucksituationen ist. Als Beispiel sei Felix Neureuther genannt, dem 2011 bei der Heim-WM in Garmisch im Slalom auf seinem Hausberg die Nerven versagten. Nachher gab er zu verstehen, er habe Jahre auf diesen Tag hingearbeitet. Ich denke, soetwas kann kaum einer verarbeiten. Die Arbeit von Jahren auf den Punkt abzurufen, ist unter den vielen äußeren Begleitumständen und Einflüssen sehr schwer. Ähnlich war es sicher im Finale-Dahoam.

Ein Gegenbeispiel ist der Bayern-Triumph von 2001. Nach dem Drama 1999 in Barcelona mit den späten Toren von ManU, entwickelte sich eine besondere innere Stärke der Bayern. Ein „Jetzt-erst-recht-Gefühl“.

Die unvollendeten Bayern

Warten wir einfach mal ab was morgen passiert. Ich glaube und hoffe, dass die Dortmunder „einen Plan“ haben, der den Bayern Probleme machen wird. Die fangen, desto länger das Spiel dauert, an im Unterbewusstsein nachzudenken und kassieren dann ein Tor. So cool wie alle reden und Sammer es gerne hätte sind die nämlich nicht. Dafür sind Lahm, Schweinsteiger und Co. auf internationaler Ebene zu oft gescheitert wenn es entscheidend wurde.

Mein Tipp 2:1 für Dortmund nach Verlängerung. Tore durch Lewandowski und Reus. Für Bayern trifft Ribery.

Überall wird so viel berichtet und geschrieben. Jetzt heißt es nur noch abwarten was passiert.

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