Archiv der Kategorie: Spielzusammenfassung

London Calling – Vollgasveranstaltung an der White Hard Lane

Am 22. Februar war ich zum ersten Mal auf der Insel um ein Spiel der Premier League anzuschauen.

Früh morgens ging es zusammen mit einer kleinen Gruppe des des West-Ham-United-Fanclubs Sauerlandhammers von Köln per Ryan Air nach London Stansted. Um 12 Uhr Ortszeit stand das Spiel Tottenham Hotspur vs. West Ham United auf dem Programm.

TicketKurz unsere Sachen am Radision Blu Airport Hotel abgegeben und ab ging es per S-Bahn in Richtung Tottenham. Da wir Karten für den Auswärtsblock hatten und unsere Sympathien West Ham gelten, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Pub für Auswärtsfans. Denn – wie ich gelernt habe – darf im UK kein Bier auf der Straße getrunken bzw. verkauft werden. Morgens um halb zehn waren allerdings nur die Tottenham Fan Pubs geöffnet. (Zutritt nur per Heimticket). Der Pub für Gäste-Fans „The Elmhurst“ hatte noch geschlossen.

So haben wir die Zeit genutzt und uns rund um das in die Jahre gekommene Stadion White Hard Lane umzusehen.Gleich nebenan findet man die imposante Baustellte für das neue Stadion der Spurs. Wenig später fuhr am VIP-Eingang auch schon West Ham Besitzer, der Porno-Baron David Sullivan in einem roten Rolls Royce an uns vorbei. Nach ein paar Chips die wir den schmierigen Burgern der umliegenden Imbissstände vorzogen ging es endlich ins Stadion. Ca. 1 Stunde vor dem Spiel öffneten die Tore des Gästeblocks und so konnten wir endlich ein paar Bier in den Katakomben trinken. Auf den Bildschirmen flimmerten Highlights der vergangenen Duelle der Spurs gegen die Hammers.

Im Gästeblock angekommen waren wir ganz nach dran am Warm-Up von West Ham United.

20150222_114606Die United-Fans begleiteten das ganze Spiel mit Gesängen (“I´m forever blowing bubbles”,“We all follow the West Ham”, “It´s so easy at the Lane”, “United United”, “Diafra Sakho, he scores when he wants!”). Der Away-Stand hatte die White Hard Lane über weite Strecken im Griff. (It´s so quiet at the Lane!“)

Zum Spielverlauf:

West Ham legte los wie die Feuerwehr und führte nach einer guten Stunde mit 2:0 durch Tore von Kouyaté (22.) und Sakho (62.).

Aus unserem Block kamen sofort die passenden Gesänge:

Das 2:0 fiel ca. 20m von uns entfernt und wir waren quasi mittendrin im Jubel an der Eckfahne. Gegen Ende der zweiten Halbzeit ging den Hammers g etwas die Luft aus und in der für England üblichen langen Nachspielzeit fiel per Elfmeter der Ausgleich (Kane (90.+6) für die Spurs nach dem Rose (81.) auf 2:1 verkürzt hatte. Schade, hatte West Ham das Spiel doch so lange beherrscht.

Spielzusammenfassung:

Zum Thema Stehplätze in England: Wir standen auf jeden Fall 90% des Spiels.

Auch wenn man von Bundesliga-Spielen in Dortmund ein hohes Tempo gewohnt ist, so sind das dann meist Spiele bei denen (meistens) eine Mannschaft, hoffentlich der BVB die Spielkontrolle hat. Im Duell Spurs vs. Hammers wurde von beiden Seiten mit offenem Visier gespielt. Wir wunderten uns so manches Mal, als der Schiedsrichter einen rustikalen Zweikampf weiterlaufen ließ.

Nach dem Spiel war der Elmhurst Pub dann doch geöffnet und wir gönnten uns noch ein paar Bier und das Spiel Liverpool vs Swansea auf dem Beamer.

Morgens ging es, ab Köln auf Umwegen, zurück nach Hause in verschneite Sauerland.

Was für ein Aufwand für ein Fußballspiel. Aber es hat sich gelohnt für ein attraktives Premier-League-Spiel im stimmungsvollen Auswärtsblock der Hammers.

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Wie Brasilien unter dem Druck zusammenbrach – Ein Erklärungsversuch

Es war alles bereitet für ein nationales Freudenfest im Selecao-gelb-erleuchteten Stadion von Belo Horizonte. Bei den Nationalhymnen klarer Punktsieg für die leidenschaftlich singenden Brasilianer.

Geradezu spürbar der Wille ein ganzes Volk glücklich zu machen und von den vielen Problemen im Entwicklungsland Brasilien abzulenken.

Dann der Anpfiff. Energischer Beginn der Brasilianer. Doch es wird sofort deutlich, Deutschland zieht ein gut organisiertes Pressing auf, schaltet schnell um. Die Angriffe der Brasilianer schlagen sofort in Gegenangriffe der Deutschen um. Da wird ihnen bereits klar geworden sein, dass es heute schwer wird gegen Deutschland.

Die Führung durch Müller versetzte der Selecao den ersten Nackenschlag. Klose hatte David Luiz weggeblockt. Müller steht plötzlich wie so oft im freien Raum. Zack, 1:0. Über den Köpfen der Brasilianer schienen bereits Fragezeichen zu schweben. „Verdammt, was machen wir jetzt?“.

In der 23. Minute fiel das 2:0, welches alle Schleusen öffnete. Auf den Rängen flossen die Tränen, die brasilianische Mannschaft war nun vollends am Schwimmen.

Was in diesem Minuten geschah, hatte mit einem normalen Fußballspiel auf Weltklasse-Niveau wenig zu tun. Brasilien hatte einen völligen Blackout. Grundlegende Abläufe im Fußball, geschweige denn im Profi-Fußball, waren wie weggefegt.

Mir fielen gleich einige ähnliche Situationen ein, in denen Sportler derart an sich selbst (alles Kopfsache!) gescheitert sind. Das passiert, soweit ich das beobachtet habe, immer dann wenn einige Einflussfaktoren zusammenkommen und eine besondere Drucksituation herrscht. Menschen die dann nicht stabil bleiben, wie es bspw. oft bei Oliver Kahn, Roger Federer oder Sebastian Vettel zu beobachten war/ist, brechen in ihrer sportlichen Leistung manchmal völlig zusammen.

Einige Beispiele:

  1. Felix Neureuther bei der Heim-WM
  • Neureuther beim Slalom scheiter an seinem Hausberg am Druck und der eigenen Erwartungshaltung. „Habe 5 Jahre daraufhin trainiert!“
  1. Sabine Lisicki im Wimbledon Finale
  • Gegen eine unorthodox Spielende Marion Bartoli findet Lisicki nicht ins Spiel, kämpft später mit den Tränen und verliert deutlich in zwei Sätzen. Ein Drama.
  1. Der HSV im März 2013 beim 2:9 in München

 

Für die Brasilianer kamen an diesem Abend denke ich folgende Faktoren zusammen:

  • überhöhte Erwartungshaltung im eigenen Land
  • soziale Spannungen im Land, das Land soll durch den Fußball vereint werden
  • die Verletzungen von Neymar und Thiago Silva den Eckpfeilern des Teams
  • unerwartete Situation durch den frühen Rückstand
  • vllt. Unterschätzen der mentalen Anforderung die so ein Turnier stellt

 

Ich denke wie bei den o.g. Beispielen ist immer entscheidend wie ein Sportler in den Wettkampf reinfindet. Neureuther machte einen Fehler in den ersten Toren, Lisicki kassierte früh ein Break. In Wettkämpfen die nicht unter solchen extremen Vorzeichen stattfinden, wäre es viel einfacher gewesen ins Spiel oder in den Lauf zurückzufinden. Auf solch einem hohen Level ist es wichtig in einen „Flow“ zukommen. Also einen Zustand in dem alles wie von selbst läuft und nahezu aus dem Unterbewusstsein agiert wird. Sven Hannawalds Vierfach-Triumpf bei der Vierschanzentournee oder perfekte Qualifiying-Runden in der Formel 1 fallen in diese Kategorie. Auch Felix Neureuther hatte solche Flow-Erlebnisse schon bei diversen Rennen (z.B. bei seinem Sieg im Riesenslaom 2014)

Wird dieser Flow jedoch nicht erreicht oder durch unvorhergesehene Ereignisse gestört, kann ein Sportler kurzfristig aus der Bahn geraten. Wird dann ein Gegentor, Break oder Fehler jeder Art nicht abgehakt und mental verarbeitet, setzt das ganze „System“ aus.

So geschehen bei den Brasilianern. Voller Einsatz und Wille ins Spiel gestartet, versetzte ihnen das 1:0/2:0 dermaßen einen Tiefschlag, auch aufgrund der o.g. Faktoren/Begleitumstände, sodass dann das ganze System im Chaos der Gedanken und emotionalen Enttäuschung zusammenbrach. Einfachste taktische Vorgaben wurden nicht mehr eingehalten, Abstände zu Gegenspielern waren riesengroß. Die Selecao, ganz Brasilien, wirkte wie paralysiert. Unter anderen Umständen, sagen wir bei einem Vorrundenspiel, hätte sich die Mannschaft sicher wieder gefangen, auch wenn sie mit 2:0 oder 3:0 verloren hätten. Neymar so meine Einschätzung, hätte sich nicht so extrem beeindrucken lassen, einfach nicht nachgedacht.

Aus dem Scheitern in solchen Momenten ziehen große Sportler die Motivation in Zukunft solche Fehler zu vermeiden. Felix Neureuther z.B. hat sich inzwischen gezielt mit einem Mentaltrainer erfolgreich auf Drucksituationen eingestellt. In einer Mannschaftssportart wie Fußball scheint sich das ganze Problem aufgrund von gruppendynamischen Prozessen zu multiplizieren. Lassen einige Spieler die Köpfe hängen, zieht das die anderen mit runter. Im Negativen wie im Positiven („Wir haben einen Lauf!“).

Was bedeutet der 7:1 Sieg für das WM-Finale?

Wie bereits in den Interviews nach dem Spiel zu hören war, ordnen die DFB-Spieler und Verantwortlichen das Geschehene richtig ein und verfallen nicht dem Glauben der Sieg sei allen durch das überragende Auftreten der Deutschen zustande gekommen. Sicher hat die die DFB-Elf stark gespielt. Wegen dem brasilianischen Blackout erschien am Ende ein Spielstand auf der Anzeigetafel der sicher nicht das wahre Kräfteverhältnis der Teams wiederspiegelt.

Im Finale trifft Deutschland nun auf die Niederlande/Argentinien. Ein neues Spiel unter anderen Vorzeichen. Argentinien hat von der WM2010 auch noch ein Debakel im Hinterkopf….

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BVB wird Opfer der Dreifachbelastung – Subotic erleidet Kreuzbandriss

Mit der 2:1 Niederlage in Wolfsburg verliert der BVB gerade vor dem Duell mit dem FC Bayern entscheidend an Boden im Kampf um die Tabellenspitze. Wolfsburg präsentierte sich extrem giftig und kaufte den Dortmundern mit einer kämpferischen Leistung den Schneid ab.

In mehreren Situationen wurde der BVB zudem vom Pech verfolgt. Kurz vor der Halbzeit überstreckte sich Neven Subotic bei einem Luftzweikampf das Knie. Er wird laut Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun rund sechs Monate ausfallen. Als Alternativen bieten sich die Talente Marian Sarr und Koray Günter an. Sarr machte in der Vorbereitung mit enormer Ruhe und Abgeklärtheit in seinem Spiel auf sich aufmerksam. Physisch hingegen befindet er sich laut Jürgen Klopp noch nicht in Bundesliga-Verfassung. Der junge Koray Günter besticht wiederum durch seine Physis, offenbart aber noch technische Schwächen.

Die Alternative Nr.1 dürfte allerdings erst mal Sven Bender sein. Sollte einer der beiden Innenverteidiger, Sokratis oder Hummels, ausfallen wird meiner Meinung nach Sven Bender in die Innenverteidigung rücken. Sarr oder Günter müssen nur ran wenn auch Kehl als Bender-Ersatz auf der Sechs nicht zur Verfügung steht.

Gedankenspiele um einen neuen Vertrag für Owomoyela oder die Verplfichtung des vereinslosen Manuel Friedrich, einem alten Bekannten von Jürgen Klopp, würden eher nicht zur Vorgehensweise des BVB passen, jungen Talenten eine Perspektive zu geben. Im Sport1 Doppelpass bestätigte Watzke, dass sich der BVB nach einer Analyse der Situation, sprich ob in der Rückrunde man noch in ein, zwei oder drei Wettberben vertreten ist, Gedanken um einen möglichen neuen Innenverteidiger machen wird. Der Kauf eines Back-Up schein demnach möglich.

In der Schlussphase der Partie gegen die Wölfe verwehrte der Schiedsrichter in zwei strittigen Situationen dem BVB den Elfmeterpfiff.  Am Ende hilft es nicht mit den Entscheidungen des Unparteiischen zu hadern. Der BVB hatte während des ganzen Spiels Probleme mit der aggressiven Spielweise des VfL, vergab nach der Halbzeit beste Chancen zum 2:0. Die Quittung kam dann wenig später.

Eine der Mit-Ursachen waren sicher auch die fehlenden Rotationsmöglichkeiten auf den beiden Sechser-Positionen in den letzten Wochen. Gündogan und Kehl hätten bei der Verteilung der Belastung eine entscheidende Rolle gespielt waren jedoch verletzt. Es bleibt zu hoffen, dass nach Kehl auch Gündogan zügig zurückkehrt und der BVB vor der Abwehr wieder mehr Optionen hat. Gerade weil Bender jetzt erst mal  auch Innenverteidiger Back-Up sein wird. Die Punktverluste in der Liga, immer nach CL-Spielen, dürfen nicht die Regel werden. Dafür wird die ganze Breite des Kaders benötigt.

Es stehen wichtige Wochen an, mit Spielen gegen Bayern und Neapel. Der BVB darf jetzt nicht den Anschluss verpassen. Zudem hoffen wir mal, dass sich bei den Länderspielen niemand verletzt.

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Da war doch Feuer drin! Wembley-Warm-Up endet Remis

 

Der BVB mit einer Light-Rotation gegen den FC Bayern der mal wieder eine fast komplette B-Elf auf Feld schickte. Dieser Rahmen lässt also keine Rückschlüsse für das Finale am 25. Mai zu. Großkreutz mit einer Direktabnahme nach einem 50-Meter-Sprint (Kevin eben) traf zum 1:0. Gomez konnte, durch einen Stellungsfehler von Subotic bedingt, zum 1:1 ausgleichen. Lewandowski verschoss einen Elfmeter, Schieber hätte das Spiel entscheiden können, verstolperte aber mal wieder. Rafinhas Platzverweis hätte durch Rot und nicht nur Gelb-Rot erfolgen müssen. Naja im Endeffekt wäre ein 2:1 verdient gewesen. Aber das holen wir dann sowieso in London.

Was vom Spiel hängen bleibt:

– Großkreutz passt absolut auf die rechte Verteidigerposition und strahlt jetzt von dort sogar Torgefahr aus

– Schieber offenbart immer wieder technische Schwächen. Ob es Nervosität oder was auch immer ist, in Nürnberg habe ich ihn damals stärker gesehen. Da ist noch Luft nach oben.

– Leitner verliert zu oft den Ball, gerade in der Vorwärtsbewegung. Offensiv kann er wenig Akzente setzen.      Torgefahr geht ihm völlig ab. Eine Leihe ab Sommer könnte seine Entwicklung wieder in Schwung bringen. Mainz oder Freiburg wären da erste Adressen.

– Sahin ist sofort der Taktgeber im Mittelfeld, wenn er gebraucht wird. So muss das sein in einer Top-Mannschaft.

– Gündogan hat sich richtigerweise auswechseln lassen um bloß nichts riskieren

– bei den Bayern schien nur Rafinha richtig heiß gewesen zu sein, dafür aber richtig

– In HZ zwei kam ein bisschen Härte rein. Ein Vorschmack auf das Finale?!

Dann war da noch:

Nach dem Platzverweis von Rafinha gerieten Klopp und Sammer verbal kurz anein

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Kurzes Wortgefecht zwischen Klopp und Sammer

ander. Der „Motzki“ blitzte da mal kurz durch. Dann Handshake und gut ist. Hoffe mal, dass das nicht von der „Bild“ aufgebauscht wird. So wild war es nun wirklich nicht.

Jetzt beginnt das Warten auf Wembley. Bis dahin gilt es durch dosierte Rotation im Rhythmus zu bleiben und Kräfte zu sammeln. Ach ja und Hoffenheim am 34. Spieltag bitte in Liga zwei schießen.

Bis dahin erstmal abwarten und den Medien-Hype mit einem Lächeln verfolgen. „Zwei Stämme ziehen in die Schlacht, aber eine Nation zieht ins Finale“ (Sky)

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Frühlings-Kick in Fürth

Vor den Augen von Real Trainer José Mourinho gewann der BVB am Wochenende sein Auswärtsspiel in Fürth mit 6:1. Neben Kuba und Lewandowski mit je einem Treffer glänzten Götze und Gündogan Doppeltorschützen. Lewandowski konnte seine Serie fortsetzen und traf zum elften Mal in Folge. Mario Götze hat jetzt hoffentlich seine Unsicherheit im Torabschluss abgelegt. Den Ehrentreffer für Fürth konnte Edgar Prib erzielen.

Königlicher Besuch

Für Mourinho boten sich nur wenige Erkenntnisse. Vielleicht war Großkreutz als Linksverteidiger oder Gündogan auf der Zehn eine Überraschung für ihn. Da aber alle europäischen Top-Vereine bis in Detail durchgescoutet sind, dürfte es sich mehr um eine Ego-Demonstration gehandelt haben. Nach dem Motto: „Seht her, ich, Jose Mourinho fliege sogar nach Fürth um mir den Halbfinalgegner persönlich anzuschauen.“ Schwatzgelb.de spekuliert sogar, dass sogar Spieler von Real Madrid im Stadion waren. „Immerhin waren Iker Cassillas, Karim Benzema und Marcelo sowie David Villa und Xavi Alonso erst tags zuvor nach Nürnberg gereist, um in der direkten Nachbarschaft einen sogenannten „Sponsorentermin“ wahrzunehmen.“ Wäre vorstellbar. Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach ist nicht weit weg und mit Sonnenbrille und Kappe wären die Spieler doch kaum zu erkennen. Zumal niemand damit rechnen würde plötzlich neben Xavi Alonso in Fürth auf der Tribüne zu sitzen.

Die Spiele gegen Real werden zeigen ob Jose Mourinho es geschafft hat seine Mannschaft besser auf den BVB einzustellen. Damit ist jedenfalls zu rechnen. Er hat es in Spanien auch nach einiger Zeit geschaft Barca „zu entschlüsseln“ und ab und an zu besiegen nachdem er zu Beginn seiner Amtszeit in Barcelone mit falscher Taktik 5:0 untergegangen war.

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José Mourinho mit Co-Trainer José Morais in Fürth

Die Fürther werden wohl den Gang in Liga zwei antreten und sind weiter verzweifelt bei der Aufgabe den ersten Bundesliga-Heimsieg zu erringen. Heimstärke ist nun mal leider oft er Garant für den Klassenerhalt. Nicht nur der BVB war in dieser Saison für Fürth eine Nummer zu groß. Bei einem Gehaltsetat von 12 Mio. auch durchausnachvollziehbar. Um sich in Liga eins zu etablieren muss der Verein wirtschaftlich stärker aufgestellt werden. Ich wünsche den Kleeblättern jedenfalls viel Glück beim Projekt Wiederaufstieg.

Dann war da noch…

Der Spruch des Spieltags von Jürgen Klopp:

„Bruce Willis kommt aus Idar-Oberstein und Mourinho war in Fürth. Sachen gibt es.“

Fürths Präsident schenkte Mourinho, dem Tee-Liebhaber, übrigens eine Paket mit Tee-Variationen aus seiner Firma in Vestenbergsgreuth. Dafür bekam Hack Mourihos Handynummer.

Ob der BVB Real Madrid schlagen kann? Abwarten und Tee trinken…

Quelle: schwatzgelb.de, bvb.de, bild.de

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Mentalitäts-Monster bezwingen Malaga!

Dass man als Blogger am Puls der Zeit sein sollte, ist ein ungeschriebenes Gesetz. Eben dieses ungeschriebene Gesetz musste ich nach dem dramatischen als „Wunder von Dortmund“ bezeichneten Sieg gegen Malaga einfach mal außer Kraft setzten. Warum? Ganz klar, der Pulsschlag in jenen unglaublichen Minuten wurde mal wieder bis weit in den roten Bereich beschleunigt. Deswegen mit gebührendem Abstand ein Blick zurück auf das Unfassbare.

vor dem spiel

Die Hymne: Die Besten , Les grandes équipes, The champions!

Dieses Spiel war eines, das eindeutig zur Legendenbildung taugt. Es reiht sich ein in eine illustre Reihe verrückter Partien wie dem 3:1 nach Verlängerung gegen La Coruna 1994 oder jüngst dem 4:4 gegen Stuttgart vom 30.03.2012.

Zur Dokumentation für die Ewigkeit noch einmal die nüchternen Fakten:

Aufstellung Dortmund:

Weidenfeller, Piszczek, Subotic, Santana, Schmelzer, Bender, Gündogan, Blaszczykowski, Götze, Reus, Lewandowski

Klopp setzte in der bewährten Aufstellung auf Santanta in der Innenverteidigung, anstelle des wiedergenesenen Hummels.

Wechsel des BVB:

72. Schieber für Blaszczykowski

72. Sahin für Bender

86. Hummels für Gündogan

Die Torfolge:

0:1 Joaquin (25., Linksschuss, Isco)

1:1 Lewandowski (40., Rechtsschuss, Reus)

1:2 Eliseu (82., Rechtsschuss, Julio Baptista)

2:2 Reus (90. + 1, Linksschuss, Subotic)

3:2 Felipe Santana (90. + 2, Rechtsschuss, Schieber)

Chronologie des Wunders

UEFA CL: BV Borussia Dortmund - Malaga CF

Choreo vor dem Spiel: „Auf der Suche nach dem velorenen Henkelpott“

Die Geschichte des Spiels ist eigentlich schnell erzählt. In der ersten Hälfte tat sich der BVB schwer. Malaga stellt die Räume gut zu, was zu sehr viel Ballbesitz in der Dortmunder Viererkette führte. Malaga nutzte ein seiner wenigen Torszenen zum 1:0 (25.) zu Joaquin. Die Borussen taten sich weiter schwer, mit schnellen Kombinationen die Hoheit im Angriffsdrittel zu gewinnen. In einer der wenigen gelungenen Aktion legt Reus mit der Hacke den Ball in den Lauf von Lewandowski, der vor der Pause (40.) zum Ausgleich trifft. In Halbzeit zwei schien sich die Serie der vergebenen Großchancen aus dem Hinspiel fortzusetzen. Reus und Götze vergaben ihre Einschussmöglichkeiten. Malaga nutze hingegen eine seiner wenigen Chancen zum 2:1 durch Eliseu (82.).

Viele Zuschauer glaubten nicht mehr an den BVB und verließen das Stadion. Das sollte ein großer Fehler gewesen sein.

Wahnsinn im Westfalenstadion – die Schlussphase

Bis zur Nachspielzeit ist es ein normales Spiel, in dem die mangelnde Chancenverwertung der einen Mannschaft durch die Effektivität des Gegners bestraft wird. Doch dann sollten sich die Ereignisse überschlagen….

Was tun in den verbleibenden 8 Minuten plus 4 Minuten Nachspielzeit? Zwei Tore müssen her. Also alles nach vorne Schmeißen. Was sich für jeden Amateurfußballer nach planlosen langen Bällen in den gegnerischen Sechzehner anhört, war am Dienstag weit mehr als das. Mit Hummels (ab 86.) und Sahin waren zwei Spieler auf dem Platz die sehr präzise lange Pässe spielen können. Santana wurde als Mittelstürmer plaziert, Lewandwoski, Reus und Schieber lauerten auf die zweiten Bälle.  In der Schlussphase verfiel der BVB zwar in Eile aber nicht in Hektik. Anders als noch in der Europa League 2010 in Sevilla, wo sehr planlos in der Schlussphase agiert wurde und die Bälle wild nach vorne gedroschen wurden. Durch das aufreizende Zeitspiel von Sevilla ließ man sich damals provozieren und verlor die Klarheit in den Aktionen. Anders gegen Malaga. Obwohl natürlich bei den Toren Glück (Abseits!?) im Spiel war sind sie letztlich Ergebnis einer konzentrierten Schlussphase in der der Zeitdruck die Mannschaft nicht aus dem Konzept brachte, sondern sie immer noch einen Plan, wenn auch den Notfallplan verfolgte. Die Spieler wirkten eher zielstrebig als hektisch und überfordert. Daran lässt sich der Lernprozess dieser Mannschaft ablesen. Das Reus und Santana dann tatsächlich Treffen war eben so unglaublich wie verdient, wenn man den Verlauf beider Spiele betrachtet. Unerklärlich für mich ist allerdings, so fair muss man sein, die nicht erkannte Abseitsstellung Santanas bei seinem Tor. Wer soll denn noch zwischen ihm und der Torlinie gestanden haben? Der Linienrichter kann nur gedacht haben der Ball kommt nicht von Schieber, sondern vom Gegner.

Nach dem Tor brachen alle Dämme: Betreuer, Balljungen und Ersatzspieler stürmten auf das Feld. Das Stadion bebte. Was man bei so einem Spielverlauf alles mitmacht. Von totaler Enttäuschung bis zu grenzenlosem Jubel innerhalb von wenigen Minuten. Dafür lieben wir den Fußball und den BVB! Eben eine echte Vollgasveranstaltung…

Santana Jubel

Alle feieren mit Felipe Santana!

Was im Nachhinein kaum in Worte zu fassen ist, und den größten Erfolg auf internationaler Ebene seit 1998 bedeutet, kommentierte das BVB-Netradio in legendärer Art und Weise.

Der Treffer zum 3:2 im Netradio:

Das 3:2 aus Sicht eines Fans im Stadion, mit anschließendem Jubel vor der Sütribüne:

Der Wahsinn in Wort und Bild: Zusammenfassung des Spiels bei Sky

https://www.youtube.com/watch?v=2pGIXF1X-FY

Für alle Kunst-Interessierten, die Entstehung der Chroeo:

Für alle Taktikinteressierten, die Analyse:

http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/

Man hätte es sich nicht besser erträumen können. Solche Wahnsinns-Spiele zu gewinnen, gibt noch einmal einen Schub. Der Titel, war hätte das gedacht ist in greifbare Nähe gerückt.

Quellen:

bvb.de, youtube.de, kicker.de, sky.de, spielverlagerung.de

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Debütantenball mit Hindernissen

Überraschende Aufstellung

Jürgen Klopp rotierte erwartungsgemäß im Heimspiel gegen den FC Augsburg um die Mannschaft optimal auf das Rückspiel in der Champions-League gegen Malaga vorzubereiten. Dabei überraschte er vor allem in der Offensive mit einer mutigen Aufstellung. Bittencourt (19), Leitner (20) und Hofmann (20) bildeten die offensive Dreierreihe. Schieber spielte in der Spitze. Die Doppelsechs der Meistersaison 2011/10 bildete ein starkes Duo vor der Abwehr. Sahin drückte dem Spiel seien Stempel auf und dirigierte neben dem Premieren-Kapitän Bender wie in alten Zeiten. Es zahlt sich also aus, dass Klopp ihn langsam ans Team heranführte. Jetzt hat er endgültig seine Sicherheit und Spielfreunde wieder gefunden.

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Jonas Hofmann feierte sein Startelf-Debüt in der Bundsliga

 

Der Spielverlauf der ersten 40 Minuten war angesichts der vielen Umstellungen absolut in Ordnung. Viele gute Kombinationen im Mittelfeld wurden durch den Führungstreffer durch Schieber in der 22. Minute belohnt. Zu den typischen Eigenschaften einer solchen jungen Startformation zählt aber leider nicht nur unbändige Spielfreude sondern auch die eine oder andere Unachtsamkeit. Vor der Pause gönnte sich der BVB eine Konzentrations-Auszeit. Erst wehrt Schieber nach einer Ecke in die Mitte ab, dann leitet Leitner mit einem Fehlpass einen Konter ein. Resultat ist die Augsburger 2:1 Pausenführung.

Nach der Halbzeit nahm Klopp mit Götze und Lewandowski für Leiter und Bittencourt einen Doppelwechsel vor. Danach war eindrucksvoll zu beobachten was individuelle Qualität in einem Fußballspiel bewirken kann. Lewandowski leitete nur Sekunden nach seiner Einwechslung den Ausgleich durch Schieber mit einem genialen Pass auf Hofmann ein. Götze schießt den Freistoß den Subotic zum 3:2 verwandelt. Zum guten Schluss trifft Lewandowski mit seinem 10 Treffer in einem Bundesliga-Spiel in Folge zum 4:2.

Malaga rotiert auch

Der FC Malaga schonte gegen San Sebastian ebenfalls einige seiner Top-Akteure. Isco, Willy und Toulalan wurden auf der Bank sitzend nicht einmal eingewechselt. Jesus Gamez fehlte ganz im Kader. Julio Baptista wurde erst in der 76. Minute eingewechselt. Malaga bezahlte die Schonungsmaßnahmen mit einer 4:2 Niederlage.

Dienstag bauen wir auf unsere Heimstärke. Mit Kuba kehrt hoffentlich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft zurück. Ich hoffe auf einen klaren Heimsieg. Man darf auf keinen Fall durch ein frühes Tor von Malaga Unruhe aufkommen lassen. Die Auswärtstorregel könnte sonst zum Problem werden.

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