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Wie viel BVB passt in die Nationalelf? – Update 13.11.2015

Passend zum Länderspiel-Doppelpack gegen Frankreich und die Niederlande gibt es hier wieder aktuelle Einschätzungen auf die Frage: Welche Spieler von Borussia Dortmund spielen in der deutschen Nationalmannschaft eine Rolle im Hinblick auf die EM 2016 in Frankreich?

Tor

Roman Weidenfeller

Die langjährige Nr. 1 des BVB ist im Verein in der Bundesliga nur noch Ersatz hinter Neuzugang Roman Bürki. Wie von Andreas Köpke angekündigt, rücken nach der U21-EM auch beim DFB jüngere Keeper nach. Bernd Leno hat sich die Nominierung durch Topleistungen, auch in der Champions League, absolut verdient. Kevin Trapp und Marc-André ter Stegen können inzwischen auch CL-Erfahrung vorweisen.

Für Weidenfeller ist das Kapitel Nationalelf geschlossen. In Erinnerung bleiben wird sein vorbildliches Verhalten bei der WM in Brasilien.

Abwehr

Mats Hummels

Der BVB-Kapitän ist an der Seite von Jerome Boateng gesetzt. In Sachen Fitness tritt er stark verbessert zur Vorsaison auf. Sein nach wie vor vorhandens Geschwindigkeitsdefizit gleicht er wie gewohnt meist durch gute Übersicht, Antizipation und Stellungsspiel aus. Wie Hummels selbst bestätigte, hat sich die neue Spielweise von Dortmund, mit größeren Fokus auf Ballbesitz, der DFB-Spielphilosophie angenähert. Zuletzt wurde Hummels wegen leichter Fehler im Aufbau- und Stellungsspiel kritisiert. Ähnlich wie bei Torhütern wird hier vielleicht die eine schlechte Aktion die zum Gegentor führt überbewertet. Dagegen bleiben die zwanzig guten Pässe im Aufbau, von denen einer zum Torerfolg führt, den Zuschauern weniger im Gedächtnis.

Nach dem Rücktritt von Per Mertesacker stehen Boateng und Hummels in der Hierarchie über den anderen Innenverteidigern. Dahinter warten Skodran Mustafi (Valencia) und Ex-BVB-Jugend-Spieler Antonio Rüdiger (AS Rom) auf ihre Chance. Weitere Kandidaten sind Niklas Süle und Jonathan Tah, der jetzt in Leverkusen erste Champions League-Erfahrung sammeln kann. Matthias Ginter wird aktuell eher zum Kandidat für die Rechtsverteidiger-Position.

Für Löw wäre auch eine Dreierkette bestehend aus Boateng, Hummels und Badstuber interessant. Das wäre eine sehr spielstarke Kombination und dazu bliebe noch Platz für einen weiteren starken Mittelfeldmann. Solange Badstuber nicht bei 100% ist, bleibt das nur ein Gedankenspiel. Natürlich wäre dies auch vom Gegner abhängig. Badstuber hat auf Außen, wie bekannt, auch Geschwindigkeitsnachteile.

Momentan baut Löw auf eine Viererkette aus Ginter – Boateng – Hummels – Hector.

Matthias Ginter

Eine neue Perspektive ergibt sich, wie erwähnt, möglicherweise für Matthias Ginter. Um die seit dem Rücktritt von Philipp Lahm vakante Rechtsverteidiger-Position ist der Kampf eröffnet. Beim BVB für den verletzten Piszczek ins Team gerutscht, präsentierte er sich als starker Vorbereiter und glänzte sogar als Torschütze. Bei der WM 2014 setzte Löw auf vier gelernte Innenverteidiger in der Viererkette. Ginter könnte als eine Mischung aus torvorbereitendem Außenverteidiger und kopfballstarkem Innenverteidiger (Thema Standards) ins Team rutschen. Das hängt allerdings auch stark davon ab, ob er beim BVB Piszczek dauerhaft verdrängen kann. Zudem profitiert er beim BVB vom „Überladen“ der linken offensiven Seite. Unter anderem durch gezielte Seitenverlagerungen (u.a. von Schmelzer, Kagawa) auf die rechte Seite, wird Ginter beim BVB in Szene gesetzt. Ob das beim DFB so geplant ist scheint unsicher.

Jogi Löw testete zuletzt in den Spielen gegen Schottland mit Emre Can einen eher „spielmachenden“ Rechtsverteidiger. Auch Sebastian Rudy als gelernter defensiver Mittelfeldspieler bekam seine Chancen. Hier bleibt abzuwarten auf welchen Spielertyp der Bundestrainer setzt. Bei der 0:1-Niederlage gegen Irland stand Ginter, wie beim 2:1 gegen Georgien in der Startelf. Beide Spiele können nicht als Maßstab gesehen werden. Die kommenden Testspielen gegen die Niederlande und Frankreich könnten schon mehr Hinweise liefern, wie es mit Ginter in der Nationalelf weitergeht.

Erik Durm

Durch seine lange Verletzungsserie muss er alle Hoffnungen auf die Rückrunde setzen. Allerdings sind sowohl beim BVB als auch bei der Nationalelf einige Konkurrenten an ihm vorbeigezogen. Nicht zuletzt Matthias Ginter. Er muss sich in der Rückrunde erst einmal in den BVB-Kader zurückkämpfen. Dann wir man sehen wo die Reise hingeht. Mit dem Wiedereinstieg in das Mannschaftstraining Mitte November hat er den ersten Schritt zum Comeback beim BVB gemacht.

Marcel Schmelzer

Der Linksverteidiger blüht unter Thomas Tuchel auf und profitiert vom neuen Spielsystem des BVB und seiner neuen Rolle als „Flügelstürmer“. Jogi Löw setzt zurzeit auf den Kölner Jonas Hector als Linksverteidiger. Wobei sich der Bundestrainer nicht scheut komplett ohne „gelernte“ Außenverteidiger aufzulaufen, wie das Beispiel der WM in Brasilien zeigt. Hector ist nach Schmelzer, Aogo, Pander etc. der nächste Test-Kandidat, der zudem im Verein noch keine internationale Erfahrung sammeln konnte. Inwieweit er höchsten internationalen Ansprüchen genügt, müssen u.a. die beiden kommenden Testspiele zeigen.

Mittelfeld

Ilkay Gündogan

Nach der langen Verletzungspause wegen seiner Rückenverletzung ist Ilkay aktuell wieder in Top-Form. Beim BVB auf einer offensiven Achter-Position agiert er wieder so dynamisch wie zuletzt in der Saison 2012/13. Sein Problem könnte mehr der Status als die Klasse eines Bastian Schweinsteiger werden. Dazu heißen seine Konkurrenten Khedira, Kroos und Kramer. Im letzten Länderspiel er bekam er eine Chance der „Zehn“. Er ist wie gemacht für die Spielphilosophie des DFB und aus dem EM-Kader 2016 nicht wegzudenken. Jogi Löw freut sich mit Sicherheit über die vielen Optionen die ihm Gündogan ermöglicht. Ilkay Gündogan ist mit Sicherheit ein wesentlicher Bestandteil im Plan des Bundestrainers für die EM 2016.

Marco Reus

Der Fußballer des Jahres von 2012 war vor der WM 2014 in Top-Form. Nur eine Verletzung in letzter Minute verhinderte seinen Auftritt auf großer Bühne. Seine Schusstechnik und Ballkontrolle in höchstem Tempo machen ihn für Jogi Löw unverzichtbar. Ihm ist zu wünschen, dass er mal längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Kaum ein Spieler ist so abhängig vom Rhythmus wie er. Nach seiner Zehenverletzung gerade wieder in Schwung gekommen, stoppte ihn kurz vor dem Revier-Derby ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich. Für die Länderspiele gegen die Niederlande und Frankreich ist der damit kein Thema. Im Hinblick auf die EM 2016 wäre flexible Offensiv-Besetzung mit Reus, Götze, Özil und Müller wäre für jeden Gegner schwer auszurechnen. Dahinter lauern die aufstrebenden Bellarabi und Sané. André Schürrle wird bald seinen WM-Kredit aufgebraucht haben. Wenn das Leistungsprinzip greift, muss er sich erst mal hinten anstellen. Von Lukas Podolski wollen wir gar nicht erst reden.

Julian Weigl

Der „Balance-Spieler“ ist inzwischen ein wichtiger Baustein im Spiel des BVB. Er ist der Nachfolger von Sebastian Kehl, als Meister des einfachen, aber für das Aufbauspiel wichtigen Passes im Zentrum des Spiels. Er versteht es wie kaum ein Zweiter immer anspielbar zu sein und ist somit ein wichtiger Baustein im Konzept von Thomas Tuchel. Der 20-jährige Shootingstar des BVB wurde zuletzt mit Einsätzen bei der U21 belohnt. Hält er sein Niveau, könnte er vielleicht eine Überraschung für den EM-Kader 2016 sein. Durch die vielen Einsätze kann er enorme Erfahrung sammeln. Andere Talente auf seiner Position (z.B. Kimmich) sind teilweise noch Ergänzungsspieler. Nicht zuletzt in der hitzigen Schlussphase des Derbys half er mit das Ergebnis mit einigen klugen Aktionen, u.a. an der Eckfahne das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Die Formkrise von Christoph Kramer nach seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen kann vllt. eine kleine Chance für ihn sein.

Momentan kämpft Weigl zusammen mit Kimmich und einen Platz in der U21 des DFB. Verläuft Weigls Entwicklung ähnlich wie in den letzen Monaten hat er in Zukunft gute Chancen auf einen Platz in der A-Elf des DFB.

Gonzalo Castro

Beim Neuanfang nach 13 Jahren Bayer04 betonte Castro auch das Kapitel DFB sei für ihn noch nicht abgeschlossen. In Dortmund musste er sich, was völlig normal ist, erst mal zurechtfinden. Beim 7:1 Pokalerfolg gegen Paderborn hat sich Castro endlich „freigespielt“. In offensiverer Position fühlt er sich wohl und glänzte seit dem mehrfach als Torschütze und Vorbereiter. Dass eine der heiß umkämpften Positionen im DFB-Mittelfeld frei wird scheint kaum möglich. Castro ist derzeit kein Thema beim DFB. Für Dortmund wird er dagegen enorm wichtig werden. Durch seine wiedergewonnene Form kann in der offensiven Dreierreihe fast ohne Qualitätsverlust rotiert werden.

Sven Bender

Hart gesagt war er zunächst ein “Opfer des Systems” unter Neu-Trainer Thomas Tuchel. Statt klassischer Doppel-Sechs gibt es jetzt mit Julian Weigl nur noch einen zentralen Spieler vor der Abwehr. Seine Situation ist vergleichbar mit der von Javi Martinez beim FC Bayern. Einst bildete er mit Schweinsteiger eine Weltklasse-Doppel-Sechs und gewann das Triple. Unter Guardiola ist seine Rolle als perfekter Spieler für Balleroberungen nicht mehr so gefragt wie einst unter Heynckes.

Die Frage ist, wo der Weg von Sven Bender hinführt, sollten seine Einsatzzeiten so gering bleiben. Momentan rückt er beim BVB auch schon mal in die Innenverteidigung. Mit der Rückkehr von Nuri Sahin wird er es im zentralen Mittelfeld noch schwerer haben. Ein Platz im DFB-Team ist in weiter Ferne. Seit einigen Wochen hat man zumindest das Gefühl, Tuchel ist zufrieden mit der Entwicklung von „Manni“. Er bekommt langsam wieder mehr Einsatzminuten.

Sturm

Im Sturm müssen wir uns wohl noch ein paar Jahre gedulden. Janni Luca Serra macht im Moment in der U19 von BVB und DFB auf sich aufmerksam. Vorsicht ist geboten, denn der Sprung in den Profi-Bereich muss nicht immer reibungslos verlaufen. Marvin Ducksch (derzeit BVB II) ist da das beste Beispiel. Mal ist ein Spieler zur falschen Zeit am falschen Ort und mal kommen Verletzungen dazwischen. Im Sturm geht es Dortmund nicht anders als der Nationalelf. Der „deutsche Lewandowski“ muss erst noch gefunden werden. Mario Gomez ist es jedenfalls nicht.

Fazit

Mats Hummels hat einen Stammplatz.  Marco Reus, wenn er fit ist, sollte ebenfalls gesetzt sein. Ginter hat eine realistische Chance, sich als Rechtsverteidiger zu etablieren. Ilkay Gündogan ist eine wichtige Option und nah dran an der ersten Elf. Schmelzer und Weigl können sich aufgrund guter Leistungen berechtigte Hoffnungen machen, während Sven Bender und Gonzalo Castro aktuell weit entfernt vom DFB-Team sind. Für Roman Weidenfeller ist das Kapitel DFB beendet.

Wir dürfen gespannt sein, wie die Entwicklung der BVB-Kandidaten für die Nationalelf bis zur EM im Sommer verläuft.

Und mal im Ernst…

Eine Nationalelf nur aus BVB-Spielern würde sich zumindest locker für die EM qualifizieren…

Weidenfeller – Durm, Ginter, Hummels, Schmelzer – Weigl, Bender, Gündogan, Castro, Hofmann – Reus

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Wie viel BVB passt in die Nationalelf? – Update Oktober 2014

Roman Weidenfeller

Roman Weidenfeller ist momentan die unumstrittene Nummer zwei des DFB. Bei der WM in Brasilien erfüllte er diese Rolle mit seiner ganzen Routine und Erfahrung. Er ist kein Unruheherd und kann im Bedarfsfall für Manuel Neuer einspringen. Die potentiellen Kandidaten für den Posten der Nr.2 hinter Neuer, Bernd Leno und Marc-André ter Stegen sind momentan bei der U21 eingeplant, die sich zunächst für die U21-EM 2015 und dann für das große Ziel Olympia 2016 in Rio qualifizieren will. Wird dieser Plan erfüllt, könnte Weidenfeller voraussichtlich erst 2016 als Nr.2 abgelöst werden. Bis dahin sind natürlich einzelne Nominierungen von Leno und ter Stegen nicht ausgeschlossen. Auch Kevin Trapp könnte ein Thema werden. Im Jahr 2016 läuft auch Romans Vertrag beim BVB aus. Dann wird man sehen ob Dortmund ihn eventuell durch einen spielstärkeren Torwart wie Trapp oder einen vielleicht bei Barcelona gescheiterten ter Stegen ersetzt.

Erik Durm

Eigentlich sollte Erik Durm in der zweiten Mannschaft des BVB als Rechtsverteidiger ausgebildet werden. Durch die Verletzungen von Marcel Schmelzer kam er zu zahlreichen Einsätzen als Linksverteidiger bei den Profis, die er u.a. in der Champions League gegen Real Madrid mit Bravour meisterte. Dadurch hatte ihn plötzlich Joachim Löw auf dem Zettel. In der WM-Vorbereitung machte er auf sich aufmerksam, fuhr statt des abermals verletzten Schmelzer mit nach Brasilien und wurde Weltmeister. Nach sehr kurzer Vorbereitung wegen der WM musste Durm abermals den verletzten Schmelzer vertreten. Allerdings schwankten seine Leistungen zuletzt stark. Für den DFB scheint er nach der WM das „Testobjekt Nr.1“ auf der Linksverteidiger-Position zu sein. Mit mehr oder weniger großen Erfolg durfte er gegen Argentinien und Schottland ran. Joachim Löw gab ihm trotzdem erneut die Chance im Länderspiel gegen Polen. Erneut unterlief ihm ein Fehler, der zum 2:0 führte. Löw betonte im Nachhinein, dass solche Fehler zur Entwicklung gehören und Durm die nötige Zeit erhalten wird. Erik Durm hat auf jeden Fall das Potential, u.a. aufgrund seiner Athletik, ein Klasse-Außenverteidiger zu werden. Hoffen wir, dass Marcel Schmelzer wieder fit wird und Durm die nötige Zeit hat sich die Form der letzten Saison wieder zu erarbeiten. Die Liste der unter Löw gescheiterten Linksverteidiger-Kandidaten ist allerdings lang: Aogo, Jansen, Schmelzer (?). Nicht, dass er sich da irgendwann einreiht. Beim enttäuschenden 1:1 gegen Irland konnte Durm mit einem Lattenkracher aus 32 Metern auf sich aufmerksam machen. Zudem leitete er das 1:0 durch einen beherzten Sprint über die Außenbahn ein. Ich würde ihm eine ordentliche Leistung bescheinigen. Die „Fachpresse“ BILDet sich da aber eine andere Meinung.

Marcel Schmelzer

Während der letzten Saison oft von Verletzungen zurückgeworfen, verlor er auch seinen Platz im Nationalteam. Die WM fand ohne ihn statt. Zuletzt setzte ihn ein Handbruch außer Gefecht. Löw gab ihm viele Chancen sich als Linksverteidiger zu etablieren. Leider nutzte er diese kaum. Für ihn schient die DFB-Elf die nächste Zeit kein Thema zu sein. Viel wichtiger ist es für ihn verletzungsfrei zu werden und zu alter Stärke zurückzufinden. Dann kann vielleicht auch Jogi Löw nicht mehr an ihm vorbei. Schmelzer kann sich täglich mit Erik Durm messen, im Idealfall pushen sich beide und erreichen einen konstant höheren Level.

Kevin Großkreutz

Vor der WM als Skandal-Profi abgestempelt, während der WM zumeist in der Rolle des Spaßvogels, gehörte Großkreutz zu den WM-Touristen in Brasilien. Laut Aussage von Großkreutz selbst, sowie Jogi Löw wird er gegen Polen und Irland geschont und erhielt deshalb keine Einladung. Kritiker sehen in ihm aufgrund seiner technischen Schwächen keine Verstärkung für die Nationalelf. Sein großes Plus, seine Flexibilität, wird ihm wie einst Torsten Frings vielleicht zum Verhängnis. Beim BVB findet er sich meist in der Rolle des „Luxus-Notnagels“, dem eigentlich niemand einen Stammplatz zutraut. Dennoch machte Großkreutz in der letzten Saison fast alle Spiele und überzeugte auf der Rechtsverteidiger-Position als Pisczcek-Vertreter sogar in der Champions-League. Diese Leistungen brachten ihm das Ticket für Brasilien ein. Momentan spielt er wieder links-offensiv beim BVB. Dort dürfte er beim DFB keine Chance haben. Man wird abwarten müssen wie Löw mit ihm plant. Beim wenig ernstzunehmenden Test-Kick gegen Argentinien konnte sich Großkreutz nicht als Rechtsverteidiger empfehlen. Für ein Turnier kann es aber immer wichtig sein, jemand wie Großkreutz oder auch Podolski im Kader zu haben. Nicht nur als Spaßvogel, sondern auch als Spieler der der sich von anderen durch sein Auftreten unterscheidet. Je nach Spielverlauf braucht auch die Nationalelf mal einen Spieler der wie ein „Verrückter“ kämpft und sich in den Dienst des Teams stellt. Im WM-Finale wäre es fast soweit gewesen…

Mats Hummelsbeliebtheitsskala-mats-hummels

Während der WM entwickelte sich Mats Hummels endgültig zum unumstrittenen Abwehrchef der DFB-Elf. Trotz kleinerer Blessuren konnte er der WM seinen Stempel aufdrücken. Hummels erzielte zwei Tore und trat sehr zweikampf- und spielstark auf. Gegen Ende der WM, im Finale quälte er sich mit muskulären Problemen, verließen ihn die Kräfte. Auch Hummels startete mit verkürzter Vorbereitung ins Spieljahr 14/15. Allerdings erlitt er einen Rückschlag und musste mit Oberschenkelproblemen pausieren, bis er gegen Stuttgart sein Comeback geben konnte. In der Nationalelf ist er momentan gesetzt, sofern er fit ist. Seine Spieleröffnung und seine Zweikampfstärke ergänzen sich gut mit dem athletischen Boateng an seiner Seite. Nach dem Last-Minute-Gegentreffer gegen Irland wurde Hummels kritisiert, er sei nicht nah Genug bei seinem Gegenspieler gewesen. Dabei stand Hummels nur am Ende einer Fehlerkette der deutschen Mannschaft die in den letzten fünf Minuten das Spiel aus der Hand gab.

Sven Bender

Iron-Manni wurde Sven Bender schon von den BVB-Fans getauft. Sicher eine Anspielung auf die diversen Nasenbeinbrüche, die Sven Bender nicht davon abhielten weiterzuspielen. Im Frühjahr stoppte ihn allerdings eine Schambeinentzündung. Die Saison 13/14 war für ihn vorzeitig beendet. Nach einigen Nationalelf-Einsätzen in den letzten Jahren konnte er dort nie richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Bruder verpasste er die Euro 2012. Für ihn gilt es nach einigen kleineren Rückschlägen, u.a. Adduktorenproblemen, wieder topfit zu werden. Dann könnte er auch wieder ein Thema für Jogi Löw werden. Wenn auch eher in der Rolle des Ergänzungsspielers. Denn andere Kandidaten wie z.B. sein Bruder Lars oder Christoph Kramer haben ihm erst mal den Rang abgelaufen. Für ihn ist es besonders wichtig, dass Dortmund auf seiner Position die Belastungen in englischen Wochen verteilen kann.

Matthias Ginter

Neuzugang Matthias Ginter rutschte zu Beginn der Saison durch die Verletzungsmisere des BVB in die Startelf. Jürgen Klopp wollte seinem Youngster eigentlich die nötige Zeit zur Eingewöhnung geben. Allerdings war er gezwungen Ginter ins kalte Wasser zu schmeißen. Der Ex-Freiburger konnte in seinen wenigen Einsätzen noch nicht an seine Top-Leistungen anknüpfen. Sollten alle vier Innenverteidiger des BVB fit sein, muss er sich erst mal hinten anstellen. In der Nationalmannschaft könnte er paradoxerweise nach dem Rücktritt von Mertesacker zu einer ernsthaften Alternative werden. Nicht zuletzt weil Löw die gelernten Innenverteidiger Rüdiger und Höwedes gerne auf den Außenpositionen einsetzt. Es bleibt abzuwarten wie viel Einsatzzeit Ginter im Verein erhält. Denn damit steht und fällt letztlich die Nationalmannschaftskarriere. Gegen Irland bekleidete Ginter den offensiven Part der Doppel-Sechs neben Toni Kroos. Allerdings fand er nicht wirklich Zugriff auf das Spiel in dieser neuformierten deutschen Mannschaft. Ein unglücklicher und undankbarer Auftritt, der bereits nach 45 Minuten beendet war.

Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan war auf dem besten Weg in der Nationalelf zu einer unverzichtbaren Stammkraft zu werden. Weltklasse Leistungen wie im Februar 2013 im Länderspiel gegen Frankreich, ließen den oft verletzten Bastian Schweinsteiger vergessen. Im August 2013 dann sein verhängnisvoller letzter Auftritt im Nationaldress. Beim 3:3 gegen Paraguay erzielte er ein Tor, musste aber dann verletzt ausgewechselt werden. Es folgte eine 14-montige Verletzungs-Odyssee die hoffentlich am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln ihr Ende findet. Gündogan soll dann nach umfangreicher Vorbereitung und einigen Testspielen wieder zum BVB-Kader zählen. Joachim Löw weiß was er an Gündogan hat, gerade im Hinblick auf den Gesundheitszustand von Bastian Schweinsteiger. Der Bundestrainer erklärte kürzlich, er rechne Anfang 2015 wieder mit Ilkay Gündogan. Hoffen wir, dass er bis dahin zu alter Stärke zurückfindet und beim BVB und in der Nationalelf wieder zur festen und spielbestimmenden Größe wird.

Marco Reus

Der Pechvogel der letzten Monate was Länderspiele angeht, wird gegen Köln wieder auf dem Platz stehen. Vor der WM war er in Topform, dann folgte der Teilriss der Syndesmose gegen Armenien, welcher ihn die WM kostete. Gerade wieder fit, erlitt er gegen Schottland die nächste Sprunggelenksverletzung. Bleibt er in Zukunft verschont ist er auf der linken Seite noch vor André Schürrle gesetzt. Für die November-Länderspiele wird er vielleicht den Part des verletzten Özil in zentraler Position einnehmen, wie er es in der Rückrunde 13/14 schonerfolgreich für den BVB gespielt hat. Marco Reus kann für den BVB und für Deutschland den Unterschied ausmachen. Seine Standards und seine Tempo-Läufe mit Ball sind Verstärkung für jedes Team der Welt.

Jetzt bist du dran. Wie siehst du die Chancen der BVB-Akteure im DFB-Dress? Jetzt abstimmen.

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Wann kommt Ginter? BVB verbessert sein Angebot.

Der Transferpoker um Matthias Ginter geht in eine weitere Runde. Nachdem in den letzten Wochen Ruhe eingekehrt war, ist nun noch einmal Bewegung in die Transferbemühungen um Jung-Nationalspieler Matthias Ginter gekommen. Der Wechsel ist nach dem klaren Bekenntnis von Matthias Ginter zum BVB wechseln zu wollen nur noch eine Frage der Zeit.

Wann streift sich Ginter das schwarz-gelbe Trikot über?

Wann streift sich Ginter das schwarz-gelbe Trikot über? (Bild: n-tv.de)

Die in den Medien kursierende Ablösesumme bewegt sich zwischen 10 und 13 Mio. Beide Parteien haben jedoch keinen Zeitdruck bei ihren Entscheidungen. Ginter steht bis 2017 unter Vertrag und der BVB ist seinerseits bereits gut aufgestellt auf der Innenverteidigerposition.

 

 

Die Faktenlage im Überblick:

  • Ginter möchte unbedingt zum BVB
  • der BVB bietet momentan 10 Mio. für Ginter
  • Freiburg fordert ca. 13 Mio.
  • aut Zorc hat der BVB sein Angebot verbessert, erhöht sein Gebot aber nicht
  • Möglichkeiten wären Leihgeschäfte von z.B. Hofmann oder Sarr
  • erfolgsabhängige Prämien für die Freiburger könnten eine Rolle spielen
  • während der WM wird nichts vermeldet werden
  • Freiburg sondiert den Markt: Stefan Mitrovic (24, 2 Mio.), Marc-Oliver Kempf (19), und Matt Besler (27) sind Kandidaten

Prognose

Nach der WM könnte es ganz schnell gehen. Die Freiburger planen Investitionen in die Infrastruktur. Es steht ein u.a. ein Stadionneubau an, zudem ist mit dem sportlichen Erfolg sicher auch das Gehaltsniveau im Kader gestiegen. Die Ablösesumme können die Freiburger also gut gebrauchen.

Nach den jüngsten Meldungen lehne ich mich mal aus dem Fenster und schätze, dass Ginter für ca. 10 Mio. plus einen Leihspieler vom BVB nach der WM zu Borussia Dortmund wechseln wird.

Die Freiburger werden jedoch mit der Freigabe für Ginter warten, bis sie für ihn Ersatz verpflichtet haben.

Quellen: Ruhrnachrichten.de, bild.de, kicker.de, badische-zeitung.de

 

 

 

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Wunschlos glücklich und die Pflicht in Fürth

Die mit Spannung erwartete Auslosung der CL-Halbfinals in Nyon ergab die Paarungen Borussia Dortmund – Real Madrid und Bayern München – FC Barcelona. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs stehen zwei deutsche Teams im Halbfinale.

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Die besten vier Teams in Europa! Der BVB ist dabei!

 Das Duell Deutschland vs. Spanien

Das erneute Aufeinandertreffen mit Real Madrid ist nachdem Borussia Dortmund und Jürgen Klopp ohne irgendwelche Wünsche, quasi wunschlos, auf die Auslosung blickten im Endeffekt eben doch ein sogenanntes Wunschlos. Meiner Meinung nach ist Bayern momentan die beste Mannschaft im Wettbewerb. Auf die sollte man so spät wie möglich treffen. Barcelona scheint zwar seine ganz große Form etwas verloren zu haben, ist jedoch im heimischen Nou Camp eine Macht. Für Bayern muss ein deutlicher Heimsieg im Hinspiel her, in Barcelona was zu holen wird richtig schwer werden. Messi kann solche engen Spiele immer entscheiden.

Dortmund konnte in der Gruppenphase Real zu Hause mit 2:1 besiegen und holte im Spiel in Madrid ein 2:2. Ich schätze Real jetzt stärker ein als in der Hinrunde. Mourinho hat nach den Gruppenspielen den BVB als Favorit auf den Titel bezeichnet. Das zeugt von Respekt. Sicherlich kennen sich beide Teams nach den beiden Duellen jetzt besser. Die Tagesform wird wie immer mitentscheiden. Sicher ist nur, dass wir mit unserer Spielweise Real Madrid wehtun können. Dafür muss allerdings zu Chancenverwertung wieder besser werden.

Die Konstellation ist bereitet für ein deutsches Finale in Wembley. Auf dass es große Spiele werden!

Die Pflicht in Fürth

Samstag in Fürth heißt es wieder: Pflicht erfüllen und Siegen, damit nächste Saison die Champions League wieder auf dem Programm steht. Dabei werden vielleicht einige Stammkräfte geschont. Die Rotation dürfte allerdings nicht so extrem ausfallen, da unter der Woche kein Spiel stattfindet. Mats Hummels ist jetzt wieder eine Option für die Startelf. Reus reist erst gar nicht mit nach Franken. Etwas Ruhe wird im gut tun. Die Akkus gegen Ende der Saison müssen auch mal wieder aufgeladen werden.

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Debütantenball mit Hindernissen

Überraschende Aufstellung

Jürgen Klopp rotierte erwartungsgemäß im Heimspiel gegen den FC Augsburg um die Mannschaft optimal auf das Rückspiel in der Champions-League gegen Malaga vorzubereiten. Dabei überraschte er vor allem in der Offensive mit einer mutigen Aufstellung. Bittencourt (19), Leitner (20) und Hofmann (20) bildeten die offensive Dreierreihe. Schieber spielte in der Spitze. Die Doppelsechs der Meistersaison 2011/10 bildete ein starkes Duo vor der Abwehr. Sahin drückte dem Spiel seien Stempel auf und dirigierte neben dem Premieren-Kapitän Bender wie in alten Zeiten. Es zahlt sich also aus, dass Klopp ihn langsam ans Team heranführte. Jetzt hat er endgültig seine Sicherheit und Spielfreunde wieder gefunden.

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Jonas Hofmann feierte sein Startelf-Debüt in der Bundsliga

 

Der Spielverlauf der ersten 40 Minuten war angesichts der vielen Umstellungen absolut in Ordnung. Viele gute Kombinationen im Mittelfeld wurden durch den Führungstreffer durch Schieber in der 22. Minute belohnt. Zu den typischen Eigenschaften einer solchen jungen Startformation zählt aber leider nicht nur unbändige Spielfreude sondern auch die eine oder andere Unachtsamkeit. Vor der Pause gönnte sich der BVB eine Konzentrations-Auszeit. Erst wehrt Schieber nach einer Ecke in die Mitte ab, dann leitet Leitner mit einem Fehlpass einen Konter ein. Resultat ist die Augsburger 2:1 Pausenführung.

Nach der Halbzeit nahm Klopp mit Götze und Lewandowski für Leiter und Bittencourt einen Doppelwechsel vor. Danach war eindrucksvoll zu beobachten was individuelle Qualität in einem Fußballspiel bewirken kann. Lewandowski leitete nur Sekunden nach seiner Einwechslung den Ausgleich durch Schieber mit einem genialen Pass auf Hofmann ein. Götze schießt den Freistoß den Subotic zum 3:2 verwandelt. Zum guten Schluss trifft Lewandowski mit seinem 10 Treffer in einem Bundesliga-Spiel in Folge zum 4:2.

Malaga rotiert auch

Der FC Malaga schonte gegen San Sebastian ebenfalls einige seiner Top-Akteure. Isco, Willy und Toulalan wurden auf der Bank sitzend nicht einmal eingewechselt. Jesus Gamez fehlte ganz im Kader. Julio Baptista wurde erst in der 76. Minute eingewechselt. Malaga bezahlte die Schonungsmaßnahmen mit einer 4:2 Niederlage.

Dienstag bauen wir auf unsere Heimstärke. Mit Kuba kehrt hoffentlich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft zurück. Ich hoffe auf einen klaren Heimsieg. Man darf auf keinen Fall durch ein frühes Tor von Malaga Unruhe aufkommen lassen. Die Auswärtstorregel könnte sonst zum Problem werden.

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Fußballtradition im Industriegebiet – Ein Besuch bei der falschen Borussia

Am letzten Samstag hab ich mich spontan überreden lassen, mit zum Spiel Mönchengladbach gegen Hannover zu fahren. Dann ging es also am Sonntag-Mittag vom verschneiten Sauerland an den Niederrhein. Zu zehnt, mit 8 Gladbach -Fans einem eigentlichen Köln-Fan und eben mir als BVB-Fan.

Anreise

Nach zweieinhalb Stunden Zugfahrt war, mit drei Kisten Bier im Gepäck, war Gladbach-Hauptbahnhof erreicht, wo übrigens die Pizzabrötchen gut schmecken. Von dort aus ging es direkt zur Humboldtschenke, wo die Gladbach-Fans sich auf Spiel einstimmen. Erlesenes Liedgut („Cologne, Cologne die Scheiße vom…“, oder der Klassiker „Sieben Tage brennt der Kölner …) verdeutlichte sofort die ausgeprägte Rivalität zwischen den Rheinmetropolen, die hier offenbar genauso gepflegt wird, wie die Rivalität zwischen Dortmund und Schalke.

Ich als neutraler Betrachter, kann sagen eine durchaus gemütliche, stimmungsvolle Fankneipe in einem sonst eher trostlosen Umfeld am Bahnhof. Bei günstigen Bierpreisen (1,50€ für 0,25l Bier) lässt es sich hier aushalten.

Stadion im Borussia Park – hat was von „Matrix Reloaded“

Von dort aus ging es dann per Shuttle-Bus zum ca. 6 km entfernten Stadion im Borussia Park, welches auf einem ehemaligen Kasernengelände erbaut wurde. Es fahren ausschließlich Shuttle-Busse, was daran liegt das Gladbach offensichtlich weder über eine S- noch U-Bahn verfügt. Die Hinfahrt verlief immerhin ohne große Probleme. Am frühen Abend wirkt das Stadion durch grün-leuchtende LED´s sehr modern. Bei näherem Betrachten erkennt man die einfache Betonbauweise welche durch die lediglich 87 Mio. € Baukosten zu erklären ist. Eine Parallele zum Dortmunder Westfalenstadion, das ja im Jahr 1974 ebenfalls als einfache Betonkonstruktion für damals 31 Mio. Mark errichtet wurde. Im Gegensatz zur 390 Mio. teuren Allianz Arena in München war das Stadion im Borussia Park ein echtes Schnäppchen. Im Umfeld des Stadions gibt es nur ein paar Imbissbuden die eher an eine Kirmes erinnern, als an ein Fußballspiel. In Mainz soll es ja ähnlich aussehen. Ein generelles Problem der Stadien „auf der grünen Wiese“, mit dem „Worst Case“ in Hoffenheim

Stimmung nur vor dem Spiel

Unsere Plätze befanden sich auf dem Oberrang in der Nord-West-Ecke. Von dort aus hat man einen guten Blick auf die Nordkurve, die eigentlich eine Gerade ist, und auch auf das Spielfeld. Beim Einmarsch kam im ganzen Stadion Stimmung zum Klassiker „Elf vom Niederrhein auf“. Während dem Spiel ging lediglich von der Nordkurve etwas Atmosphäre aus. Ansonsten nahmen die meisten der Zuschauer das Geschehen auf den Rängen doch recht teilnahmslos zur Kenntnis. Geboten wurde allerdings auch fade Fußballkost. Hannover verhielt sich völlig passiv und Gladbach spielte sehr vielen Fehlpässe bei ihrem Angriffsversuchen. Dennoch konnte Gladbach auch aus meiner Sicht verdient gewinnen. Dennoch ein schwaches Spiel der beiden ehemaligen Europa-League-Teilnehmer. Kein Wunder, dass die nicht mehr dabei sind, dachte ich mir.

Nicht zu vergleichen mit der Stimmung Dortmund, muss man klar sagen. Ob es am Sonntagabend-Termin oder am schlechten Spiel lag ich weiß es nicht. Trotzdem herrscht in Dortmund bei jedem Spiel was ich bisher gesehen habe eine bessere Stimmung. Die Nordkurve wirkt im Vergleich zur Südtribüne in Dortmund, doch sehr klein.

Chaotische Heimreise

So weit so gut. Wie ein vernünftiger Fan es macht, man geht natürlich nicht vor dem Abpfiff aus dem Stadion. Das sollte uns noch zum Verhängnis werden. An den Bushaltestellen angekommen, bot sich uns ein erschreckendes Bild. Eine riesige Menschenmenge wartet darauf, von zugegebenermaßen schon vielen, aber bei Weitem nicht genug, Bussen abtransportiert zu werden. Ich habe zwar noch nie so viele Busse gesehen. Allerdings wollen über 40 000 Leute erst einmal bewegt werden.

Shuttle-Busse – viele sind nicht genug

Der späte Anstoßtermin tat sein Übriges. So kamen wir so spät zum Hauptbahnhof (ca. 20:40h), dass unser letzter Zug nach Hagen verpasst wurde. Dadurch wurden wir gezwungen über Köln bis nach Siegen zufahren. Egal mit zwei günstigen Kisten Bier (zs. 60€) machten wir uns auf den Weg. Das Ganze noch mal mit lockeren 50 Minuten Aufenthalt in Köln. Ab Siegen ging es dann noch eine halbe Stunde per Taxi nach Hause. Sowas hab ich in Dortmund noch nie erlebt. Da sieht man doch dass selbst eine überfüllte S-Bahn Gold wert ist. Ich frage mich ernsthaft wie man ein Stadion ohne eine vernünftige Verkehrsanbindung bauen kann. In Dortmund sind auch wegen der Westfalenhallen ja genug Parkplätze und S-Bahnverbindungen vorhanden. Da muss in Gladbach nachgebessert werden. Per PKW kommt man vom Borussia-Park wohl auch nicht zügig weg, wie mir berichtet wurde.

Fazit

Erst mal ist ein Bundesliga-Spiel ohne emotionale Verbindung zu einem der Vereine nur die Hälfte wert. Dazu haben wir in Dortmund wirklich ein besonderes Stadion mit Südtribüne und einer tollen Atmosphäre. Mag sein, dass man in Gladbach auch schon stimmungsvollere Spiele gesehen hat, aber für mich ist und bleibt Dortmund die Nr.1 in Deutschland. Ansonsten so ne Tour nach dem Motto „Kann man mal machen“ oder „der Weg ist das Ziel“. Ein Blick über den Teller-Rand zeigt manchmal eben auch, dass es wo anders keineswegs besser ist. Ich war vor Jahren z.B. mal in Köln im Stadion (letztes Enke-Auswärtsspiel). Dort fand ich das Gesamtpaket aus Stimmung, Drumherum und Fußball etwas besser als in Gladbach. Aber ist ja sowieso alles subjektiv…

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PK vor dem Spiel BVB – Freiburg 26. Spieltag

Jürgen Klopp stellt sich den Fragen.

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