Schlagwort-Archive: em

Wie viel BVB passt in die Nationalelf? – Update Oktober 2014

Roman Weidenfeller

Roman Weidenfeller ist momentan die unumstrittene Nummer zwei des DFB. Bei der WM in Brasilien erfüllte er diese Rolle mit seiner ganzen Routine und Erfahrung. Er ist kein Unruheherd und kann im Bedarfsfall für Manuel Neuer einspringen. Die potentiellen Kandidaten für den Posten der Nr.2 hinter Neuer, Bernd Leno und Marc-André ter Stegen sind momentan bei der U21 eingeplant, die sich zunächst für die U21-EM 2015 und dann für das große Ziel Olympia 2016 in Rio qualifizieren will. Wird dieser Plan erfüllt, könnte Weidenfeller voraussichtlich erst 2016 als Nr.2 abgelöst werden. Bis dahin sind natürlich einzelne Nominierungen von Leno und ter Stegen nicht ausgeschlossen. Auch Kevin Trapp könnte ein Thema werden. Im Jahr 2016 läuft auch Romans Vertrag beim BVB aus. Dann wird man sehen ob Dortmund ihn eventuell durch einen spielstärkeren Torwart wie Trapp oder einen vielleicht bei Barcelona gescheiterten ter Stegen ersetzt.

Erik Durm

Eigentlich sollte Erik Durm in der zweiten Mannschaft des BVB als Rechtsverteidiger ausgebildet werden. Durch die Verletzungen von Marcel Schmelzer kam er zu zahlreichen Einsätzen als Linksverteidiger bei den Profis, die er u.a. in der Champions League gegen Real Madrid mit Bravour meisterte. Dadurch hatte ihn plötzlich Joachim Löw auf dem Zettel. In der WM-Vorbereitung machte er auf sich aufmerksam, fuhr statt des abermals verletzten Schmelzer mit nach Brasilien und wurde Weltmeister. Nach sehr kurzer Vorbereitung wegen der WM musste Durm abermals den verletzten Schmelzer vertreten. Allerdings schwankten seine Leistungen zuletzt stark. Für den DFB scheint er nach der WM das „Testobjekt Nr.1“ auf der Linksverteidiger-Position zu sein. Mit mehr oder weniger großen Erfolg durfte er gegen Argentinien und Schottland ran. Joachim Löw gab ihm trotzdem erneut die Chance im Länderspiel gegen Polen. Erneut unterlief ihm ein Fehler, der zum 2:0 führte. Löw betonte im Nachhinein, dass solche Fehler zur Entwicklung gehören und Durm die nötige Zeit erhalten wird. Erik Durm hat auf jeden Fall das Potential, u.a. aufgrund seiner Athletik, ein Klasse-Außenverteidiger zu werden. Hoffen wir, dass Marcel Schmelzer wieder fit wird und Durm die nötige Zeit hat sich die Form der letzten Saison wieder zu erarbeiten. Die Liste der unter Löw gescheiterten Linksverteidiger-Kandidaten ist allerdings lang: Aogo, Jansen, Schmelzer (?). Nicht, dass er sich da irgendwann einreiht. Beim enttäuschenden 1:1 gegen Irland konnte Durm mit einem Lattenkracher aus 32 Metern auf sich aufmerksam machen. Zudem leitete er das 1:0 durch einen beherzten Sprint über die Außenbahn ein. Ich würde ihm eine ordentliche Leistung bescheinigen. Die „Fachpresse“ BILDet sich da aber eine andere Meinung.

Marcel Schmelzer

Während der letzten Saison oft von Verletzungen zurückgeworfen, verlor er auch seinen Platz im Nationalteam. Die WM fand ohne ihn statt. Zuletzt setzte ihn ein Handbruch außer Gefecht. Löw gab ihm viele Chancen sich als Linksverteidiger zu etablieren. Leider nutzte er diese kaum. Für ihn schient die DFB-Elf die nächste Zeit kein Thema zu sein. Viel wichtiger ist es für ihn verletzungsfrei zu werden und zu alter Stärke zurückzufinden. Dann kann vielleicht auch Jogi Löw nicht mehr an ihm vorbei. Schmelzer kann sich täglich mit Erik Durm messen, im Idealfall pushen sich beide und erreichen einen konstant höheren Level.

Kevin Großkreutz

Vor der WM als Skandal-Profi abgestempelt, während der WM zumeist in der Rolle des Spaßvogels, gehörte Großkreutz zu den WM-Touristen in Brasilien. Laut Aussage von Großkreutz selbst, sowie Jogi Löw wird er gegen Polen und Irland geschont und erhielt deshalb keine Einladung. Kritiker sehen in ihm aufgrund seiner technischen Schwächen keine Verstärkung für die Nationalelf. Sein großes Plus, seine Flexibilität, wird ihm wie einst Torsten Frings vielleicht zum Verhängnis. Beim BVB findet er sich meist in der Rolle des „Luxus-Notnagels“, dem eigentlich niemand einen Stammplatz zutraut. Dennoch machte Großkreutz in der letzten Saison fast alle Spiele und überzeugte auf der Rechtsverteidiger-Position als Pisczcek-Vertreter sogar in der Champions-League. Diese Leistungen brachten ihm das Ticket für Brasilien ein. Momentan spielt er wieder links-offensiv beim BVB. Dort dürfte er beim DFB keine Chance haben. Man wird abwarten müssen wie Löw mit ihm plant. Beim wenig ernstzunehmenden Test-Kick gegen Argentinien konnte sich Großkreutz nicht als Rechtsverteidiger empfehlen. Für ein Turnier kann es aber immer wichtig sein, jemand wie Großkreutz oder auch Podolski im Kader zu haben. Nicht nur als Spaßvogel, sondern auch als Spieler der der sich von anderen durch sein Auftreten unterscheidet. Je nach Spielverlauf braucht auch die Nationalelf mal einen Spieler der wie ein „Verrückter“ kämpft und sich in den Dienst des Teams stellt. Im WM-Finale wäre es fast soweit gewesen…

Mats Hummelsbeliebtheitsskala-mats-hummels

Während der WM entwickelte sich Mats Hummels endgültig zum unumstrittenen Abwehrchef der DFB-Elf. Trotz kleinerer Blessuren konnte er der WM seinen Stempel aufdrücken. Hummels erzielte zwei Tore und trat sehr zweikampf- und spielstark auf. Gegen Ende der WM, im Finale quälte er sich mit muskulären Problemen, verließen ihn die Kräfte. Auch Hummels startete mit verkürzter Vorbereitung ins Spieljahr 14/15. Allerdings erlitt er einen Rückschlag und musste mit Oberschenkelproblemen pausieren, bis er gegen Stuttgart sein Comeback geben konnte. In der Nationalelf ist er momentan gesetzt, sofern er fit ist. Seine Spieleröffnung und seine Zweikampfstärke ergänzen sich gut mit dem athletischen Boateng an seiner Seite. Nach dem Last-Minute-Gegentreffer gegen Irland wurde Hummels kritisiert, er sei nicht nah Genug bei seinem Gegenspieler gewesen. Dabei stand Hummels nur am Ende einer Fehlerkette der deutschen Mannschaft die in den letzten fünf Minuten das Spiel aus der Hand gab.

Sven Bender

Iron-Manni wurde Sven Bender schon von den BVB-Fans getauft. Sicher eine Anspielung auf die diversen Nasenbeinbrüche, die Sven Bender nicht davon abhielten weiterzuspielen. Im Frühjahr stoppte ihn allerdings eine Schambeinentzündung. Die Saison 13/14 war für ihn vorzeitig beendet. Nach einigen Nationalelf-Einsätzen in den letzten Jahren konnte er dort nie richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Bruder verpasste er die Euro 2012. Für ihn gilt es nach einigen kleineren Rückschlägen, u.a. Adduktorenproblemen, wieder topfit zu werden. Dann könnte er auch wieder ein Thema für Jogi Löw werden. Wenn auch eher in der Rolle des Ergänzungsspielers. Denn andere Kandidaten wie z.B. sein Bruder Lars oder Christoph Kramer haben ihm erst mal den Rang abgelaufen. Für ihn ist es besonders wichtig, dass Dortmund auf seiner Position die Belastungen in englischen Wochen verteilen kann.

Matthias Ginter

Neuzugang Matthias Ginter rutschte zu Beginn der Saison durch die Verletzungsmisere des BVB in die Startelf. Jürgen Klopp wollte seinem Youngster eigentlich die nötige Zeit zur Eingewöhnung geben. Allerdings war er gezwungen Ginter ins kalte Wasser zu schmeißen. Der Ex-Freiburger konnte in seinen wenigen Einsätzen noch nicht an seine Top-Leistungen anknüpfen. Sollten alle vier Innenverteidiger des BVB fit sein, muss er sich erst mal hinten anstellen. In der Nationalmannschaft könnte er paradoxerweise nach dem Rücktritt von Mertesacker zu einer ernsthaften Alternative werden. Nicht zuletzt weil Löw die gelernten Innenverteidiger Rüdiger und Höwedes gerne auf den Außenpositionen einsetzt. Es bleibt abzuwarten wie viel Einsatzzeit Ginter im Verein erhält. Denn damit steht und fällt letztlich die Nationalmannschaftskarriere. Gegen Irland bekleidete Ginter den offensiven Part der Doppel-Sechs neben Toni Kroos. Allerdings fand er nicht wirklich Zugriff auf das Spiel in dieser neuformierten deutschen Mannschaft. Ein unglücklicher und undankbarer Auftritt, der bereits nach 45 Minuten beendet war.

Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan war auf dem besten Weg in der Nationalelf zu einer unverzichtbaren Stammkraft zu werden. Weltklasse Leistungen wie im Februar 2013 im Länderspiel gegen Frankreich, ließen den oft verletzten Bastian Schweinsteiger vergessen. Im August 2013 dann sein verhängnisvoller letzter Auftritt im Nationaldress. Beim 3:3 gegen Paraguay erzielte er ein Tor, musste aber dann verletzt ausgewechselt werden. Es folgte eine 14-montige Verletzungs-Odyssee die hoffentlich am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln ihr Ende findet. Gündogan soll dann nach umfangreicher Vorbereitung und einigen Testspielen wieder zum BVB-Kader zählen. Joachim Löw weiß was er an Gündogan hat, gerade im Hinblick auf den Gesundheitszustand von Bastian Schweinsteiger. Der Bundestrainer erklärte kürzlich, er rechne Anfang 2015 wieder mit Ilkay Gündogan. Hoffen wir, dass er bis dahin zu alter Stärke zurückfindet und beim BVB und in der Nationalelf wieder zur festen und spielbestimmenden Größe wird.

Marco Reus

Der Pechvogel der letzten Monate was Länderspiele angeht, wird gegen Köln wieder auf dem Platz stehen. Vor der WM war er in Topform, dann folgte der Teilriss der Syndesmose gegen Armenien, welcher ihn die WM kostete. Gerade wieder fit, erlitt er gegen Schottland die nächste Sprunggelenksverletzung. Bleibt er in Zukunft verschont ist er auf der linken Seite noch vor André Schürrle gesetzt. Für die November-Länderspiele wird er vielleicht den Part des verletzten Özil in zentraler Position einnehmen, wie er es in der Rückrunde 13/14 schonerfolgreich für den BVB gespielt hat. Marco Reus kann für den BVB und für Deutschland den Unterschied ausmachen. Seine Standards und seine Tempo-Läufe mit Ball sind Verstärkung für jedes Team der Welt.

Jetzt bist du dran. Wie siehst du die Chancen der BVB-Akteure im DFB-Dress? Jetzt abstimmen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter BVB und Nationalelf, Uncategorized